ALLES ÜBER DEN LASERJAMMER
Was der "Laserkiller" kann
Im KURIER-Test: Mit einem neuen Gerät sollen die Tempomessungen der Polizei unmöglich gemacht werden.
Auf dem ehemaligen Flugfeld in Aspern testeten KURIER und Verkehrspolizei einen der neuen
Laserjammer – dieser Apparat soll mithilfe von Gegenblitzen die Lasermessung unmöglich machen.
Die Aufregung unter Experten und vielen Lesern war groß, als der KURIER im Oktober über die neue "Wunderwaffe" für Raser (gegen die Polizei) berichtete. Die Meldungen über den Laserjammer, der
Laserpistolen aus der Entfernung zu Fehlmessungen zwingt und Schnellfahrern Strafgelder ersparen kann, verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Der Clou an dem Gerät: Nur der Betrieb ist verboten, der
Handel und der Besitz aber nicht.
Der KURIER schritt deshalb mithilfe von ARBÖ und Landesverkehrsabteilung Wien zum Praxistest. Die große Frage: Hält das Gerät, was im Internet versprochen wird und bei verschiedensten Praxistests auf
Videoaufnahmen gezeigt wird?
"Das Gerät hier funktioniert auf jeden Fall. Genau das haben wir für unsere Tests verwendet, die man auf der Homepage sieht", verspricht der Verkäufer eines kleinen Shops in Wiener Neudorf (NÖ).
"Deshalb ist er auch gebraucht und kostet nun 199 statt 499 Euro."
Dass der Betrieb dieses Laserjammers (to jam – engl. lahmlegen, Anm.) verboten ist, wird nicht erwähnt. Schließlich kauft man ja nur einen Parksensor. So steht es zumindest auf der Rechnung, die zwei
Jahre Garantie bietet. "Dieser Apparat kann jeden Laser in Österreich stören, der Gegenangriff erfolgt vier Mal so schnell wie ein Laserstrahl – deshalb sind Sie da immer sicher", erklärt der
Verkäufer. Für ein kleines Auto (wie im Fall des KURIER-Testers) reiche ein Sensor, für größere empfiehlt er aber schon zwei.
Schwieriger Einbau
Knapp zweieinhalb Stunden benötigt ARBÖ-Techniker Kristian vom Stützpunkt in der Triester Straße
für den Einbau des Gerätes. "Das funktioniert jetzt, aber es ist weder versteckt noch schön eingebaut", lautet seine Einschätzung. Für einen perfekten Einbau benötigt man wohl mindestens einen halben
Tag, meint Kristian. Besonders schwierig war es, einen geeigneten Platz beim Kühlergrill für jene Einheit zu finden, die den Laser quasi in die Irre führen soll.
Beim KURIER-Test ist diese Einheit (aus Platzgründen) nicht versteckt, sondern ragt gut sichtbar aus dem Kühler. "Jö, du hast ja eine neue Kühlerfigur", lautet deshalb auch der ätzende Kommentar
eines Beobachters.
Am Testtag schließlich steigt die Spannung. Im stillgelegten ARBÖ-Technikzentrum in Wien-Donaustadt baut die Verkehrspolizei eine Laserpistole auf. Es handelt sich um jenes Gerät, das von der Polizei
hauptsächlich verwendet wird und auch in Zukunft eingekauft
Fehlschlag
Die Messung konnte bei keinem Versuch gestört werden.Die ersten zwei Male fährt der KURIER-Tester
mit seinem Sportwagen ergebnislos an der Lasermessung vorbei. Wobei ergebnislos nicht ganz richtig ist – der Laser zeigt die Geschwindigkeit ganz korrekt an. Nur macht nicht einmal die Warnsirene im
Auto einen Muckser.
Eifrig wird das Gerät ein- und ausgeschaltet und der Sensor neu adjustiert. Der Funktionstest zeigt, dass der Laserjammer in Betrieb ist.
Bei rund zehn weiteren Versuchen schlägt die Warnsirene nur einmal an, die Lasermessungen sind alle gültig. "Das Ding funktioniert ja nicht einmal als Parksensor", meint Polizeisprecher Michael
Takacs.
Anschließend wird auf den Sensor noch direkt mit der Laserpistole gezielt – aus großer und kleiner Entfernung, von hoch oben und tief unten. Doch auch hier passiert nichts.
Eindeutiges Fazit des Tests: Wer Geld sparen will, sollte lieber gleich langsamer fahren.
Artikel vom 08.11.2008 18:36 | KURIER | Dominik Schreiber
Was der "Laserkiller" kann
Was es noch auf dem Markt gibt
Warngeräte, Störgeräte – es gibt verschiedenste Versuche, Laser und Radar zu überlisten. Manches ist verboten, anderes erlaubt.
Radarwarner/Radarstörer
Wie beim Laserjammer drohen Strafen von bis zu 3700 € bei der Verwendung. Sie funktionieren laut Experten kaum oder sie lösen zu spät aus. Laut Fernmeldebüro werden jährlich etwa zehn bis 15 solcher
Geräte beschlagnahmt. Zusätzliches Problem: Das Gerät meldet auch, wenn sich ein Luxusauto mit eingebautem Abstandsmessgerät nähert.
GPS-Warnung
Erlaubt ist es, sich Software für Navi-Geräte herunterzuladen, die rechtzeitig alle stationären Radargeräte anzeigt. Die meisten Radarkästen werden an gefährlichen Kreuzungen aufgestellt, um die
Lenker einzubremsen – dieses Ziel ist auch mit der Warnung erreicht. Kosten: Je nach Anbieter maximal 15 €. Es gibt auch eigene Geräte ab 120 € .
Radiowarnung
Gratis bei vielen Radiosendern. Allerdings wechselt die Polizei deshalb sehr oft ihre Standorte bei Lasermessungen. „Wir hören da ja auch mit“, so ein Verkehrspolizist schmunzelnd.
Artikel vom 08.11.2008 18:20 | KURIER |
Raser setzen Laser außer Betrieb
Neue Geräte, die legal erhältlich sind, manipulieren die Lasermessungen der Polizei – dort ist man besorgt.
Die neueste Generation der Laserjammer stört den Laserstrahl nur vier Sekunden lang – in dieser
Zeit kann der Schnellfahrer sein Tempo auf die erlaubte Geschwindigkeit reduzieren
Polizisten reagieren besorgt.
Ein Beamter sagt: "Das ist Wahnsinn." Mit einer neuen Technik setzen die Schnellfahrer alle
Laserpistolen außer Betrieb. Die aktuellsten Apparate sind kaum noch aufzuspüren, denn sie sind als Einparkhilfen getarnt und haben sich auf die Abwehrmaßnahmen der Gegenseite eingestellt. In
Österreich sollen bereits seit einigen Monaten solche Geräte im Umlauf sein.
Die Funktionsweise des Apparates: Eingebaut wird eine harmlose Einparkhilfe, die mit Sensoren arbeitet. Diese stören aber auch die Lasergeräte der Polizei. Wird gemessen, schlägt das System Alarm:
"Achtung, Laserkontrolle". Jetzt hat der Lenker vier Sekunden Zeit, um zu bremsen. Dann schaltet sich das System ab, um sich nicht zu verraten – Fahrzeuge, bei denen nie eine gültige Messung zustande
kommt, würden ja auffallen. Die Polizei misst anschließend die (reduzierte und erlaubte) Geschwindigkeit.
Handel erlaubt
Ab rund 400 Euro – inklusive Einbauanleitung – wird die neueste Generation dieser sogenannten
Laserjammer im Internet angeboten. Besitz und Handel der Geräte sind erlaubt, nur der Betrieb ist strafbar – hier drohen hohe Geldstrafen.
Erste Laserjammer sind offenbar im Vorjahr in Europa aufgetaucht, wirklich gute Geräte sind aber vermutlich erst seit etwa Mai erhältlich, heißt es von Insidern. Verwendet werden sie demnach auch von
einigen Fahrern des berüchtigten "Cannonball"-Rennens, bei dem die Superreichen durch Europa rasen.
"Entwicklungsland"
Aus diesem Grund seien beim letzten Jahr kaum Raser unter den Teilnehmern erwischt worden.
Im Internet sind zahlreiche erfolgreiche Versuche per Video dokumentiert, vor allem aus Deutschland. Wobei Österreich in einschlägigen Foren bezüglich Laser ohnehin als "Entwicklungsland" bezeichnet
wird, da veraltete (und leichter manipulierbare) Geräte verwendet werden.
Bisherige Radarwarner und ähnliche Apparate funktionierten kaum, heißt es bei der Verkehrspolizei. Über die neuen Geräte gibt es aber bisher noch keine genaueren Erkenntnisse.
3700 Euro Strafe
Finden die Beamten einen Laserjammer und können sie den Betrieb nachweisen, drohen die Beschlagnahme des Gerätes und eine Strafe bis zu 3700 Euro. Und gegen (mobile) Radarkontrollen sind sie ohnehin wirkungslos. Außerdem gibt es noch Zivilstreifen, vor denen kein Apparat warnen kann.
Artikel vom 22.10.2008 21:46 | KURIER | Dominik Schreiber
Laserjammer soll Laserpistolen der Polizei austricksen
Raser wird es freuen, bei der Polizei gibt man sich (noch) skeptisch: Laserjammer sollen die
Laserpistolen der Exekutive außer Betrieb setzen können. Laut "Kurier" (Donnerstag-Ausgabe) sollen seit einigen Monaten solche Geräte in Österreich in Umlauf sein.
Dem "Kurier" zufolge handelt es sich um eine Einparkhilfe, deren Sensoren auch die Lasergeräte der Polizei stören. Das System alarmiert den Lenker, wenn das Fahrzeug im Visier eines Lasergeräts
steht. Dann hat der Fahrer noch vier Sekunden, um abzubremsen. Der Laserjammer schaltet sich nach dieser Zeitspanne ab und lässt dann eine korrekte Messung der reduzierten Geschwindigkeit zu.
Teure Strafen drohen
Die Geräte sind laut "Kurier" ab 400 Euro erhältlich und in der als Einparkhilfe getarnten Version schwer aufzuspüren. Wer aber erwischt wird, für den wird's teuer. Laut ÖAMTC benötigt man dafür eine
Rundfunkbewilligung, die man einfach nicht bekomme. Illegal eingebaut stelle das einen Verwaltungsstraftatbestand dar. Im "Kurier" ist von bis zu 3.700 Euro Strafe die Rede.
Doch bei der Verkehrspolizei ist man skeptisch, ob das Gerät wirklich funktioniert. "Mich würde das wundern", so ein Beamter zur APA.
ORF.AT 22.10.2008
airpol





