Foto:Austrian.com - Boeing 777-200
(APA) Bei den Austrian Airlines spitzt sich die Krise weiter zu. Um die Zahlungsfähigkeit sicherzustellen und den zu erwartenden Ertragseinbruch zu kompensieren, wird ein "kurzfristiges Krisenpaket" über rund 225 Mio. Euro geschnürt.
Der Belegschaft wird ein kurzfristiger Gehaltsverzicht abverlangt, Strecken werden weiter ausgedünnt, teilte einer der beiden Interimschefs, Peter Malanik, am Freitag mit.
Zurückgefahren werden müssen vor allem die Personalkosten. Dies soll durch Arbeitszeitflexibilisierung, Urlaubsabbau, "temporären Gehaltsverzicht" und das angekündigte Aussetzen der Pensionskassenbeiträge geschehen. Zuletzt kursierten Spekulationen, wonach bis zu 2.000 der 8.000 Jobs bedroht sind.
Der Betriebsrat sagte bereits zu, dass er am Krisenpaket mitarbeiten wolle. Konkret werden die Belegschaftsvertreter Vorschläge über 50 Millionen Euro, mit denen die Personalkosten gesenkt werden können, erarbeiten.
Auch von den Lieferanten und Geschäftspartnern werden Sanierungsbeiträge verlangt. Investitionen werden ebenfalls gestrafft. In Summe sollen so weitere 110 Mio. Euro gespart werden.
Die bisherigen Kapazitätskürzungen im Streckennetz von fünf Prozent werden auf zehn Prozent ausgedehnt, weitere Schritte im Flugbetrieb behält man sich vor. Das soll die variablen Kosten um 115 Mio. Euro senken. Bis 2012 will die Lufthansa-Tochter AUA ihre Ergebnisse um 200 Mio. Euro verbessern. Dazu braucht es aber weitere Maßnahmen zur Kostensenkung.
Im Rahmen des Krisenpakets, das den Mitarbeitern am Freitag vorgestellt wird, verzichten die beiden Vorstände für ein Jahr auf zehn Prozent ihres Gehalts, in der Managementebene darunter - das sind rund zwei Dutzend Bereichsleiter - sind es 7,5, bei übrigen Führungskräften fünf Prozent. Dem Vernehmen nach werden auch die Prämien leitender Mitarbeiter dem Sparstift zum Opfer fallen.
Bereits am Donnerstag gab es bei der AUA den bereits erwarteten Personalwechsel an der Spitze. Mit der "einvernehmlichen" Lösung seines Vorstandsvertrags hat Alfred Ötsch zwei Jahre vor Vertragsablauf den Hut nehmen müssen. Als Interimsnachfolger wurden Peter Malanik und Andreas Bierwirth ernannt.
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