Mo
26
Jan
2009
AUSTRIAN AIRLINES - MUSS CHEF VORZEITIG GEHEN?
Mag. Alfred Ötsch
Bisher hatte es geheißen, der Ötsch würde noch bis zum Closing des Verkaufs der AUA an die Lufthansa bleiben. Doch bereits in den nächsten Wochen könnte Ötsch abgelöst werden.
Dieses dürfte kaum vor Anfang Juni 2009 erfolgen. Doch laut dem Wirtschaftsmagazin „Trend“ wollen Lufthansa-General Wolfgang Mayrhuber und ÖIAG-Chef Peter Michaelis nicht mehr so lange warten.
Sie wollen lieber rasch ein Zeichen des Neubeginns setzen, heißt es in Unternehmenskreisen.
Eine Lösung mit Ötsch, dessen Vertrag bis Mai 2011 läuft, soll vorbereitet werden. Bereits in den nächsten Wochen könnte Ötsch abgelöst werden. Da eine Verabschiedung nur einvernehmlich erfolgen kann, dürfte Ötsch seinen Vertrag ausbezahlt bekommen. Sein Fixgehalt (ohne Prämien) summiert sich bis zum Frühjahr 2011 auf 1,1 Mio. Euro.
Dr. Bierwirth
Ötschs Nachfolger soll nicht, wie bisher kolportiert, AUA-Marketing-Vorstand Andreas Bierwirth werden, der ursprünglich von der Lufthansa kommt, sondern Peter Malanik. Der 47-Jährige sitzt ebenfalls im AUA-Vorstand und ist dort für Technik und Flugbetrieb zuständig.
Dr.Malanik
Seit 1985 ist er im Unternehmen tätig und soll Respekt bei der Belegschaft genießen.
Doch gilt als wahrscheinlich, dass die Lufthansa einen eigenen Mann bringt, sobald der Deal im Sommer formal abgeschlossen ist.
Vor Kurzem hat die EU ein 200Mio. Euro schweres Darlehen der ÖIAG an die AUA genehmigt. Mit diesem Geld kann die AUA den Liquiditätsengpass und einen drohenden Konkurs abwenden. Der Verkauf an die Lufthansa und der Schuldennachlass über 500Mio. Euro werden von Brüssel noch geprüft. Eine Entscheidung wird bis Frühsommer erwartet.
Schätzungen zufolge hat die AUA im Vorjahr einen Rekordverlust von 475 Mio. Euro eingefahren. Hauptgrund sind Abwertungen für Flugzeuge und Kursverluste bei Wertpapieren.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.01.2009)
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