Sa
06
Dez
2008
AUA-Verkauf an Lufthansa vertraglich besiegelt!
(APA) - Der Verkauf der AUA an die deutsche Lufthansa ist am Freitag perfekt gemacht worden.
Lufthansa-Konzernchef Wolfgang Mayrhuber und ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis unterzeichneten am Nachmittag den Verkauf der ÖIAG-Anteile an der AUA. Der Deal ist aber erst dann endgültig über die Bühne, wenn die EU-Kommission den 500-Millionen-Euro Zuschuss der Republik für unbedenklich befindet.
Außerdem müssen 75 Prozent der Stimmrechte an die Lufthansa wandern. Sollten wider Erwarten keine 75 Prozent erreicht werden, behält sich die Lufthansa eine "Ermessensentscheidung'" vor, ob sie die AUA übernimmt, sagte Mayrhuber. Er halte dies aber für wenig wahrscheinlich, weil der AUA-Anteilsschein im Vergleich zur Lufthansa-Aktie überbewertet sei.
Wie berichtet, zahlt die Lufthansa der ÖIAG für ihren 41,6-prozentigen Aktienanteil rund 366.000 Euro. Um ganz genau zu sein: 366.268,75 Euro. Zusätzlich gibt es einen sogenannten Besserungsschein. Dieser besagt, dass die ÖIAG einen zusätzlichen Betrag von bis zu 162 Mio. Euro erhalten kann, wenn die wirtschaftliche Entwicklung der AUA positiv ist und sie die Lufthansa-Aktie „outperformen“ kann. Den Kleinaktionären will die Lufthansa ein Angebot von 4,44 Euro je Aktie (insgesamt 215 Mio. Euro) machen. Insgesamt peilt die Lufthansa den vollständigen Besitz der AUA an.
An der Zustimmung der EU-Kommission hat der gebürtige Oberösterreicher Mayrhuber keinen Zweifel: "Das Risiko geht gegen Null." Brüssel könne kein Interesse daran haben, Wien von internationalen Anbindungen abzuschotten. Was die Beihilfe angeht, setzt Mayrhuber auf den Grundsatz "One Time, last time" (Die AUA hat anders als andere europäische Staats-Airlines bisher noch keine Beihilfen bekommen).
Nach Darstellung von Mayrhuber, Michaelis und AUA-Vorstandschef Alfred Ötsch ist die nun gewählte Marschrichtung die richtige. "Wir sind alleine nicht groß genug, um unter herrschenden Umweltbedingungen zu überleben", sagte Ötsch. Die Synergien zwischen Lufthansa und AUA werden auf jährlich 70 bis 80 Mio. Euro geschätzt.
"Heute ist der Tag Eins für die AUA neu, der wichtigste Tag seit der AUA-Gründung vor 50 Jahren", sagte Michaelis. Die AUA wird "in Kernbereichen eine weitgehende Eigenständigkeit behalten", versicherte Mayrhuber. Die AUA-Flüge in den Osten würden weiterhin vom Flughafen Wien aus geführt, die wichtigsten Langstreckenflüge blieben erhalten.
Die AUA müsse wieder profitabel werden, den "Break-even erreichen und längerfristig die Kapitalkosten verdienen", sagte Mayrhuber. Im Moment sei kein Personalabbau vorgesehen. Sollte die Wirtschaftskrise stärker werden, müsse die Lufthansa aber wohl ohnedies "queerbeet restrukturieren".
Stellungnahme der Austrian Airlines Vorstände:
„Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
es ist uns ein Anliegen, Sie als Kunde von Austrian Airlines persönlich über den Stand des Privatisierungsverfahrens zu informieren.
Heute wurde der Verkauf des österreichischen Staatsanteils an Austrian Airlines zwischen ÖIAG und Lufthansa besiegelt. Selbstverständlich ist noch die Zustimmung der EU-Wettbewerbsbehörden abzuwarten. Aber eines steht jetzt schon fest: Mit dieser produktiven und an gemeinsamen Werten orientierten Partnerschaft beginnt für Austrian Airlines eine neue Zeitrechnung, und auch Sie als Austrian Airlines Kunde werden von den künftigen Entwicklungen und einer zukunftsgerichteten Unternehmensstrategie profitieren.
Die geplante Zusammenarbeit mit Lufthansa bietet Austrian Airlines ein solides Fundament für eine erfolgreiche Zukunft. Und Ihnen bieten wir damit das dichteste Netzwerk und den Standort Wien als Drehkreuz nach Osteuropa und in den Mittleren Osten. Die Marke Austrian wird nicht vom Markt verschwinden, sondern – im Gegenteil – durch die neue Partnerschaft eine nachhaltige Stärkung erfahren und an Bedeutung im europäischen Luftverkehr gewinnen. Austrian Airlines und Lufthansa haben viel gemeinsam. Vor allem den absoluten Anspruch an Qualität und Service. Hier werden wir auch in Zukunft Maßstäbe setzen und uns klar vom Wettbewerb abheben.
Vor allem aber werden wir weiterhin auf unsere größte Stärke setzen: engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Ihnen auch in Zukunft mit Herzlichkeit und österreichischem Charme ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Wir – Management, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Austrian Airlines – gehen mit Zuversicht in die Zukunft. Wir glauben an unsere Stärken und werden in gemeinsamer Anstrengung mit unserem Partner Lufthansa den Markt erfolgreich gestalten und entwickeln. Und wir freuen uns, wenn Sie auch in Zukunft mit uns abheben.“
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