Mo
01
Dez
2008
AUA - Alternative statt Geschenk an Lufthansa?
Sollte sich die EU bezüglich der durch Staatsgelder „geförderten“ Übernahme der AUA durch die Lufthansa querlegen, wird insgeheim eine Alternative für die AUA ausgearbeitet.
Christoph Matznetter hat angeblich ein Restrukturierungspapier in Auftrag gegeben, das die Neugründung der Airline vorsieht.
Zielsetzung der Alternative: Eine Bundeshaftung und ein Mitarbeiterabbau von 500 bis 550 Personen, Flugplanstraffung.
Ein bisher nicht veröffentlichter Restrukturierungsplan für die AUA listet auf, wie die defizitäre Airline EU-konform und ohne Staatszuschuss überleben könnte.
Die Autoren Thomas Jozseffi und Josef Burger (im Auftrag von Staatssekretär Christoph Matznetter) schlagen die Gründung einer 100-Prozent-Tochter "Newco" vor. Diese sollte mit Bundeshaftung ausgestattet werden und 100 Prozent an der Austria Airlines Lease and Finance Company Ltd (Alf) in Guernsey erwerben. An diese Gesellschaft ist derzeit ein Großteil der AUA-Flotte verleast.
Die Newco sollte die Alf zu marktüblichen Konditionen (Ebit mal sechs) übernehmen und das Geschäft der AUA weiterbetreiben. Alf hatte Ende 2007 ein Eigenkapital von 391 Mio. Euro, ein Fremdkapital von angeblich 900 Mio. Euro und einen Jahresüberschuss von 46,6 Mio. Euro. Die damit verbundene Neugründung der AUA sieht zudem den Abbau von 500 bis 550 Mitarbeitern vor. Allen voran würde die Zahl der Bereichsleiter von 22 auf elf halbiert, die Hierarchie verflacht, kurze Berichtswege sollen rasche Entscheidungen bringen. Die Kosten für den Sozialplan könnten rund fünf Mio. Euro betragen.
Zudem wäre eine Flottenharmonisierung und die Streichung von nicht rentablen Destinationen geplant. In Summe wird ein Ergebnisverbesserungspotenzial von 86 Mio. Euro im nächsten Jahr aufgelistet. Durch die Reduktion des Service auf der Kurz- und Mittelstrecke auf das Niveau der Lufthansa würde man neun Mio. Euro im Catering sparen. Im Crew-Bereich wäre die Ersparnis bei 3,5 Mio. Euro.
Bei der Regionalflotte sollten die 50-Sitzer Dash 8-300 und Canadair Regional Jets ausgemustert werden, zugunsten einer einheitlichen Fokker- und Dash-8-400-Flotte. Flüge zu Sekundärdestinationen sollten gestrichen werden, wie bereits Luxemburg. Flüge nach Basel, Göteborg, Lyon, Dresden und Leipzig stünden zur Disposition. Zudem könnten Destinationen nach Tirana, Pristina, Odessa, Erivan und Tiflis ausgedünnt werden.
Jedoch eher wahrscheinlich:
Doch die ÖIAG zieht ihren Plan durch und wird am Freitag den Verkauf an die Lufthansa samt dem Staatszuschuss von 500 Mio. Euro besiegeln. 200 Mio. davon bekommt die AUA noch heuer in Form eines Gesellschafterdarlehens von der ÖIAG, um den Verlust von bis zu 475 Mio. Euro abzudecken.
Freilich muss auch das auf sechs Monate befristete Darlehen von der EU genehmigt werden.
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