Do

13

Nov

2008

Pleiten, Pech und Pannen: Niki Lauda und seine Airlines

Der Österreicher Andreas Nikolaus Lauda, besser bekannt als Niki Lauda, ist sicher ein kompetenter Kommentator für die Formel 1. Doch seine Äußerungen in den letzten Wochen über die Austrian Airlines und die Lufthansa haben in Österreichs Airline-Welt zu heftigen Diskussionen geführt.

Und mehrheitlich wird ihm die die fachliche Kompetenz im Airline-Geschäft abgesprochen. An die Spitze der Kritiker hat sich der Autor Ernst Hofbauer gesetzt. Er, der Niki Lauda kennt wie kaum ein anderer, schließlich ist er auch sein Biograf. Er schrieb das Buch: „Ich pfeif’ auf Österreich“, die Niki-Lauda-Biografie.

Hofbauer geht mit Niki Lauda hart ins Gericht, und er versteht nicht, warum gerade Lauda immer wieder als so genannter Luftfahrt-Experte gefragt ist. Tatsächlich spricht einiges gegen Niki Lauda als Luftfahrt-Experte, ist doch sein Airline-Leben von Pleiten, Pech und Pannen geprägt.

Ein Beispiel: 1984 wollte der damalige österreichische Verkehrsminister Lacina der „Lauda Air“ die Luftfahrtkonzession entziehen. Die Begründung: „... weil der Antragsteller nicht über die fachliche Eignung für die wirtschaftliche Führung eines Bedarfsflugunternehmens der beantragten Gewichtsklasse verfügt.“ Aus verschiedensten Gründen kam es aber nicht so weit. Tatsache ist aber, dass sich die von Niki Lauda verkündeten Umsatzprognosen für seine „Lauda Air“ meist als heiße Luft erwiesen haben.

Anfang der 1990er-Jahre brachte Niki Lauda seine Fluggesellschaft an die Börse. Weder im ersten Jahr, noch in den darauf folgenden Geschäftsjahren konnte die „Lauda Air“ Gewinne ausweisen oder gar Dividenden zahlen.

Seine Rettung war die Lufthansa-Tochter Condor, die sich mit 26,4 Prozent an der „Lauda Air“ beteiligte.
Interessant ist aber, dass Lufthansa und Austrian Airlines zu dieser Zeit erbitterte Konkurrenten waren. Mit der Beteiligung an der Lauda Air wollte die Lufthansa der AUA den Kampf ansagen und butterte Jahr für Jahr Unmengen von D-Mark in die immer klamme Airline. 1994 erhöhte die Lufthansa ihren Anteil sogar noch einmal auf 39,7 Prozent, um die Zuschüsse in eine Beteiligung zu verwandeln.

Doch alles, was Niki Lauda auch mit der Lufthansa unternahm, war alles andere als von Erfolg gekrönt. Da kam ihm die Idee, für seine Airline eine österreichische Lösung zu werben. 1997 gelang ihm das dadurch, dass sich die AUA mit 36 Prozent an der „Lauda Air beteiligte“. Dies war allerdings nur möglich, weil die Lufthansa die Nase voll hatte und fast 20 Prozent ihrer Lauda-Air-Anteile an die AUA verkaufte.

Bereits 1999 kam das nächste Katastrophenjahr, denn „Lauda Air“ schlitterte wieder massiv in die roten Zahlen. Und noch schlimmer: Niki Lauda, Vorstand der börsennotierten Lauda Air AG, setzte sich über das Aktienrecht hinweg und verschwieg dem Aufsichtsrat wichtige Informationen und verheimlichte zustimmungspflichtige Entscheidungen.

Am 31. Oktober 2000 war Niki Lauda ganz am Ende. Seine Airline meldete einen Verlust von damals 1,1 Milliarden Schilling, Lauda Air stand vor dem Konkurs. Lauda bat deshalb die damaligen AUA-Chefs Herbert Bammer und Mario Rehulka um ein Gespräch und gab seinen Rücktritt bekannt. (Fortsetzung folgt)

 

Quelle: Airline-Bewertungen

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

  • loading