Sa

08

Nov

2008

Flughafen Wien - Fortsetzung des Taxikrieg am Flughafen!

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Wien/Schwechat. Unerbittlich scheint der Konkurrenzkampf der Taxiunternehmer am Flughafen.

Mehr als 1500 Anzeigen hat das niederösterreichische Taxiunternehmen ATS Airport Service bereits bei der Schwechater Polizei gegen die Konkurrenz aus Wien eingebracht.

Der Vorwurf: widerrechtliches Anwerben von Fahrgästen in der Ankunftshalle.

"Eine nette Frau und andere Spione stehen täglich da draußen und schreiben Leute auf", bestätigt ein Chauffeur der Wiener Firma "Airportservice". Das Motiv ist für ihn klar: "Das macht ein Unternehmer, dem es nicht gut geht."

Der Geschäftsführer der Firma "Airport-Driver", Andreas Sernetz, sieht das ähnlich: "Seit kurzem gibt es einen vierten Adhoc-Schalter (Taxi ohne Vorbestellung, Anm.) in der Ankunftshalle und hier gilt: Wer aggressiver ist, der nimmt mehr Fahrgäste mit." Allerdings dürfen Chauffeure laut Taxibetriebsordnung potenzielle Kunden nicht "abpassen" – die können sich "ihren" Schalter schon selbst aussuchen. "Ein Anwerben ist gar nicht möglich. Schaun sie sich einmal an, wie viele Kollegen da immer herumstehen, die würden das gar nicht zulassen", so der Chauffeur. Außerdem handle es sich bei 90 Prozent der Fahrten um Firmenkunden, die vorbestellt haben.

"Alles Vorbestellungen"

Die Schwechater Polizei kann das bestätigen: "Bisher haben alle überprüften Taxilenker, die von der niederösterreichischen Firma angezeigt wurden, eine Vorbestellung nachweisen können", erklärt der Schwechater Polizei-Amtsdirektor Leopold Storgan der "Wiener Zeitung". Es habe auch noch kein Beamter beobachten können, dass Kunden in der Ankunftshalle angeworben wurden.

"Warum sollte das auch jemand machen?", fragt sich Andreas Curda, Geschäftsführer der Wiener Taxi-Innung. Der Taxifahrer müsste demnach sein Auto in die gebührenpflichtige Garage stellen, ohne zu wissen, wie lange er braucht, um einen Kunden widerrechtlich anzuwerben. "Und das vor den Augen der Kollegen, die sich alle untereinander kennen.

Das kann nicht funktionieren", betont Curda, der eine Klage wegen Verleumdung gegen das niederösterreichische Unternehmen ankündigt.

Laut ATS-Vorstand Julius Lang ist das Verfahren ohnehin aufgrund eines Formalfehlers von der Polizei eingestellt worden. "Wir haben in den Anzeigen von Pkw in der Ankunftshalle gesprochen – natürlich dürfen keine Pkw in die Halle", so Lang. Er jedenfalls könne die Eindrücke der Konkurrenten nicht teilen: "Sogar ich werde immer häufiger angesprochen." Die Versuchung eines Chauffeurs, die 20. Person in der Schlange vor dem Schalter anzusprechen, sei groß, "die Ankunftshalle ist aber kein Selbstbedienungsladen."

"Wollte keinen Krieg"

Lang will nur, dass die Regeln eingehalten werden, deshalb die Anzeigen. "Was ich sicher nicht wollte, ist einen Taxikrieg zwischen Wien und Niederösterreich anzuzetteln", betont der Unternehmer schließlich.

 

(Wiener Zeitung)

 

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