Do
06
Nov
2008
Flughafen Moskau-Wnukowo - Staatsanwalt ermittelt gegen Flughafenpolizei - beschlagnahmtes Geld verschwindet.
Russland-Aktuell: Moskau. Auf dem Flughafen Wnukowo sollen Polizeibeamte große Bargeld-Sendungen beschlagnahmt und nicht wieder
vollständig rückerstattet haben. Unternehmer aus Dagestan beklagen den Verlust von über 30 Mio. Rubel.
Die Geldpakete waren Mitte September mit zwei Flügen aus Machatschakala nach Moskau gebracht worden. Im Falle der größten Partie – Rubel im Gegenwert von etwa 2 Mio. Euro – soll es sich um Geld
handeln, für das ein dagestanischer Juwelierketten-Inhaber ein Grundstück im Raum Moskau kaufen wollte.
Polizeilicher "Überfall" auf Geldtransporter
Er überließ den Transport einer lizensierten Sicherheitsfirma, die einen Boten mit den verschweißten und verplompten
Geldpaketen in die Maschine nach Moskau setzte. Schon auf dem Rollfeld wurde das Geld in einen Geldtransporter umgeladen. Dies hinderte die Polizeibeamten des Flugplatzes aber nicht, die Geldsendung
„zur Überprüfung“ zu beschlagnahmen.
Nach stundenlangem Durchzählen, Konflikten und Streits wurde den Wachmännern und den Besitzern des Geldes klar gemacht, dass sie das Geld erst zu einem späteren Zeitpunkt zurückerhalten werden. Der
Immobilienkäufer schickte daraufhin nochmals 30 Mio. Rubel (ca. 870.000 Euro) auf den Weg, um das Geschäft nicht platzen zu lassen.
Geldpakete schrumpfen in der "Gepäckaufbewahrung" der Polizeiwache
Zwei Tage später wiederholte sich das Schema dann schon bei gleich mehreren Betroffenen, die offenbar aus Misstrauen gegenüber
dem Banksystem Geldkuriere mit großen Summen aus Dagestan nach Moskau schickten: Nach der „Beschlagnahme“ fehlten größere Teilbeträge.
Begleitet wurde dies von stundenlangem Durchzählen, Einschüchterungen, Verzögerungen und der Androhung, die „nicht abgeholten Sendungen“ nach Machatschkala zurückzuschicken, berichtet die „Nowaja
Iswestija“.
Nachdem die Versuche der Betroffenen aus dem Kaukasus, ihre Gelder zurückzuerhalten, einen Monat lang nichts fruchteten, erstatteten sie Anzeige. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die
Beamten der Flughafenpolizei.
Es gibt in der russischen Gesetzgebung keine Vorschriften, aus denen abzuleiten wäre, dass der Transport von größeren Summen Bargeld irgendwelchen Beschränkungen oder Verdachtsmomenten unterliegt.
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