Fr
31
Okt
2008
Streicht AUA die Inlandverbindung Wien-Graz ?
(Kleine Zeitung) In der Steiermark schrillen die Alarmglocken, AUA-Flüge von Graz nach Wien seien in Gefahr.
Grazer Flughafen-Vertreter Malik will nun mit der "Politik um unseren Wirtschaftsstandort kämpfen".
Erst machte es nur als Gerücht die Runde, jetzt verdichten sich die Anzeichen, dass dieser Plan
ein reales Sparszenario des AUA-Managements ist. Demnach könnten die Zubringerflüge von Graz nach
Wien vor dem Aus stehen. Stattdessen soll ein "Domestic-Bus-Shuttle" eingerichtet werden –
eine Linienverbindung, bei der man am Grazer Flughafen eincheckt, aber eben per Bus nach Schwechat
reist.
In der Steiermark schrillen alle Alarmglocken, der Wirtschaftsstandort ist in Gefahr.
Der Eigentümervertreter des Flughafens Graz, Graz-AG-Vorstand Wolfgang Malik, bestätigte gegenüber der Kleinen Zeitung gestern: "Ja, ich habe die Spitzen von Stadt Graz und Land
informiert. Ich fürchte, dieses Szenario steht als Variante im Raum."
29 Linienflüge pro Woche zwischen Graz und Wien führt die Austrian im aktuellen Winterflugplan. Die Früh- und Abendverbindungen sind bestens
ausgelastet.
Pro Jahr nehmen rund 140.000 Passagiere den Flieger zwischen Graz und Wien.
Die AUA dementiert gegenüber der Kleinen Zeitung, dass die Einstellung der Linienflüge
Graz-Wien geplant sei. "Selbstverständlich werden wir die Bundesländer auch weiterhin mit Linienflügen an Schwechat anbinden", betont Airline-Sprecherin Livia Dandrea-Böhm.
Doch hat die AUA schon mehrfach durchklingen lassen, dass sich die Linie nach Graz nicht rechne, heißt es in der Branche.
Der kursierende Sparplan trifft nicht nur die steirische Landeshauptstadt, auch für Linz komme ein Schnellbus-Shuttle in Frage.
Für den Grazer Flughafen-Direktor Widmann ist das ein Horrorszenario:
"Für den Morgenflug hieße das, dass Passagiere in Graz um vier Uhr in der Früh in den Bus einsteigen müssten." Und Malik unterstreicht: "Die Landesregierung, die Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer,
alle Kräfte sind gefordert, mit uns für diese Linienflüge und den Standort zu kämpfen."
In Summe geht es um 3400 Flugbewegungen ab Graz pro Jahr – ein Fünftel der Linienflüge. Das Modell der Shuttle-Busverbindung ist in
der Flugbranche durchaus gängig. Insbesonders die Lufthansa, einer der potenziellen AUA-Käufer, hat dies auch schon umgesetzt. Insider kritisieren daher auch, die Sparvariante mit den
Bussen sei vorauseilender Gehorsam gegenüber dem potenziellen Käufer.
airpol







