Mi
15
Okt
2008
OEAMTC BEENDET FLUGRETTUNG - 9 STANDORTE BETROFFEN.
(aus OÖ Nachrichten:)
Der ÖAMTC, der seit 2001 die Flugrettung in Österreich betreibt, stellt den Betrieb mit Ende 2010 in neun Dienststellen ein. Auch Linz ist davon betroffen.
Hintergrund der Kündigung der Verträge mit der Republik Österreich sind gestiegene Kosten und Differenzen über die Einsatzzuteilung. Konkret geht es um die neun Standorte Wien, Linz, Salzburg, Klagenfurt, Graz, Niederöblarn, Lienz, Nenzing und Innsbruck. Diese hat der Club 2001 vom Innenministerium übernommen. Seither betreibt der Bund keine eigene Flugrettung.
„Ende 2010 laufen die Verträge aus, bis dorthin werden wir den Dienst aufrechterhalten“, sagte gestern ÖAMTC-Präsident Werner Kraus.
Millionen-Defizit
Für heuer erwartet der Club im Bereich der Flugrettung einen Abgang von 4,5 Millionen Euro. „Die müssen aus dem ÖAMTC-Budget gedeckt werden“, sagt Kraus. „Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist es für den ÖAMTC als Verein nicht mehr finanzierbar.“ Grund sind die steigenden Einsatzkosten, denen eine zu niedrige Aufwandspauschale gegenübersteht. Durchschnittlich koste ein Flug 2000 Euro, von den Krankenkassen bekomme der Club jedoch nur die Hälfte.
Zusätzlich würde der ÖAMTC um immer mehr Flüge finanziell umfallen. Denn der Helikopter wird von den Leitzentralen des Roten Kreuzes angefordert, die völlig unabhängig vom ÖAMTC agieren. „Monate später entscheidet dann eine dritte Stelle, meistens die Krankenkasse, ob der Einsatz nötig war.“ Die Krankenkassen, die im Nachhinein beurteilen, ob der Helikopterflug wirklich notwendig war, würden bereits ein Drittel der Einsätze nicht bezahlen.
Sollte sich der Bund für eine Neuausschreibung der Flugrettung entscheiden, würde sich der ÖAMTC beteiligen, sagte Kraus: „Wir wollen weiterfliegen.“
Ministerium überrascht
Im Innenministerium attestierte man dem ÖAMTC „eine eigenartige Vorgehensweise“, weil es zu dem Thema laufende Gespräche gebe. Die Probleme des ÖAMTC seien bekannt und würden im Wesentlichen in der Frage der wirtschaftlichen Betriebsführung unter den gegebenen Verrechnungsmodalitäten zwischen ÖAMTC und den Krankenkassen liegen.
„Auch für die Zeit nach 2010 wird selbstverständlich die Versorgung durch eine Flugrettung sichergestellt, möglicherweise durch einen oder mehrere Betreiber“, stellte das Innenministerium in einer Aussendung klar.
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